In der Ischlerstraße herrscht Unmut. Wir haben mit Eva Krbec gesprochen. Sie ist eine der Organisatorinnen der „Verkehrsinitiative Ischlerstraße“, für die es über 100 Unterschriften gibt.

Ischlerstraße (Franziska Zohner-Kienesberger, Eva Krbec)

Eva, was ist der Grund für euren Unmut?

Im letzten Sommer und Herbst wurden wir vom Verkehr überrollt. Die Sperre der Rudolfsbrücke und der Verkehr zur „Welle“ waren die Hauptgründe. Die Ischlerstraße ist wieder zur Durchzugsstraße geworden, weil Navis unsere Straße als kürzeste Verbindung anzeigen. Unser Hauptproblem ist, dass die Leute zu schnell fahren. Egal, ob Touristen oder Einheimische.

Was waren und sind eure Forderungen?

Wir wollen eine Beschränkung auf Tempo 30, damit die Spitzengeschwindigkeit sinkt. Das wurde vom Amt mit der Begründung abgelehnt, dass es eine Durchzugsstraße wäre.

Wir würden uns auch mehr Präsenz und Kontrollen durch die Polizei wünschen, denn die Ischlerstraße wird auch gern mit einer Rennstrecke verwechselt.
Im Herbst wurde für zwei Wochen ein Geschwindigkeitsmessgerät aufgehängt. Die Ergebnisse habe ich leider nie erfahren.

Wie geht es euch mit dem Mehrzweckstreifen?

Ist es überhaupt ein Mehrzweckstreifen? Die Bemalung lässt vermuten, dass es ein Fußweg ist. Er wird aber auch zum Radfahren benutzt, und dabei gibt es immer wieder Konflikte. Schlimm ist die hohe Geschwindigkeit der E-Bikes, mit denen es zu gefährlichen Situationen bei den vielen Ausfahrten kommt. Durch die optische Verengung der Straße wird er auch von Autos befahren, was an unübersichtlichen Stellen wieder kritisch wird. Ein richtiger Ersatz für einen Gehsteig ist er deshalb nicht.

 

Franziska Zohner-Kienesberger

Vizebgm.in Franziska Zohner-Kienesberger

Franziska ist unsere Fachfrau für Schulen und Kinderbetreuung. Sie ist Vizebürgermeisterin und Obfrau des Ausschusses für Schule, Kinderbetreuung und Familie. Es gibt praktisch kein Ressort, in dem sie nicht präsent ist. Unermüdlich und unerschrocken kümmert sie sich auch um Detailfragen, von denen andere gar nicht wussten, dass sie existieren.

Wichtige Hinweise

Aufgrund der Markierungen (Sperrlinie und Fußgängersymbol) ist es ein Gehweg und kein Mehrzweckstreifen. Das Befahren ist für Kraftfahrzeuge und Fahrräder in Längsrichtung verboten. Zufahrten sind nur bei unterbrochener Markierung der Sperrlinie erlaubt. Ein Befahren mit Kinderfahrrädern oder Tretrollern ist erlaubt, weil sie als Spielzeug gelten. Das gilt aber nicht für E-Scooter.

Im Ortsbereich gibt es zwar kein Linksgehgebot wie auf Freilandstraßen, aber Gehwege oder Gehsteige sind laut StVO zwingend zu benutzen!

Mehrzweckstreifen sind erkennbar durch Leitlinien (unterbrochene Längsmarkierung). Diese dienen zum Schutz des Radfahrverkehrs. Sie sind nicht zwingend für Fußgänger*innen.

 

Trainieren Sie mit Schulkindern die richtige Wahl der Straßenseite und nutzen Sie dafür auch die Angebote der Schulen. Nicht immer ist im Ortsbereich die linke Seite automatisch die beste Wahl (enge Kurven, Hecken, etc.)!

Herzlichen Dank an unsere Leser und Leserinnen, die uns darauf aufmerksam machten, dass solche Hinweise nützlich sein könnten.

 


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