Eine wichtige Entscheidung für Ebensee wurde vom Gemeinderat im September mit der Festlegung des Fahrplans für die Sanierung der alten Hauptschule beschlossen. Nach Abschluss dieser Arbeiten soll das Gebäude als neue Volksschule Ebensee dienen. Über sieben Millionen Euro sind vorgesehen, um das alte Hauptschulgebäude so zu gestalten, dass es der Schulbauverordnung 2024 und den Vorgaben des Denkmalschutzes entspricht.
Mehr als sieben Millionen Euro? Woher soll das Geld dafür kommen? Ebensee ist doch Abgangsgemeinde! Berechtigte Fragen.
Ebensee wird ungefähr 4,5 Millionen dafür vom Land Oberösterreich bekommen und muss rund 2,6 Millionen aus eigener Tasche bezahlen. Leider sind wir nicht in der glücklichen Lage, diese Summe auf einem unserer Konten liegen zu haben. Unseren Kostenanteil können wir nur durch den Verkauf einiger Immobilien bewältigen. Das wären unter anderem die beiden Volksschulgebäude am Kirchenplatzt und einige Grundstücke. Weiters erhalten wir jedes Jahr rund 200.000 € vom Land als Unterstützung für Investitionen in Projekte. Dazu kommen noch Mittel anhand des Kommunalinvestitionsgesetzes vom Bund. Der weitaus überwiegende Teil dieser Gelder wird für die geplante Schulsanierung verwendet. Zusätzlich werden wir aber auch Kredite brauchen, die dann entsprechend der Härteausgleichskriterien zurückzuzahlen sind.
Bereits im Jahr 2012 wurde vom Gemeinderat der Plan zur Übersiedelung der VS Ebensee in die ehemalige Hauptschule festgelegt. In dieser Zeit wurde auch der Turnsaal saniert. Er ist nun ein Schmuckstück, das den Schulbaunormen und den Vorgaben des Denkmalschutzes entspricht.
Das Gebäude ist groß genug, um die gesamte Volksschule mit der Vorschule und Zusatzräumen zu beherbergen. Ein weiteres Plus ist die große Grünfläche. Damit gibt es genügend Platz für einen Schulgarten, für Bewegung und Sport im Freien.
Wie bereits erwähnt, ist das Gebäude denkmalgeschützt und findet sich als „exemplarischer Schulbau der Moderne“ in allen wichtigen Architekturführern. Architekt Julius Schulte plante 1926 die „5 klassige Knaben und 5 klassige Mädchenbürgerschule mit ihren Nebenräumen und je einem Zeichensaal, einem gemeinsamen Physiksaal und eine gemeinsame Turnhalle bei Aufrechterhaltung des getrennten Schulbetriebes“. Der Neubau wurde 1927 eröffnet. Er war rot gefärbelt wie heute beim Eingang in der Solvaystraße. Eine Dachterrasse mit Attika und die Rundfenster prägten das Schulgebäude. Als Bürgerliste ist es uns ein Anliegen, bauhistorisch wichtige Gebäude im Ort zu erhalten und diese auch mit neuem Leben zu erfüllen.
Die Sanierung hat nach Vorgaben des Denkmalschutzes zu erfolgen. Es wurden die zu erhaltenden Teile (Decken, Böden, Türen etc.) genau festgelegt. Aber ist es so überhaupt möglich, in derart alten Gebäuden einen modernen Unterricht anbieten zu können? Es ist möglich, benötigt aber sorgfältige Planung und Zusammenarbeit mit der Schule. Eine besonders wichtige Vorgabe ist die Barrierefreiheit für das ganze Gebäude. Alle sollen jeden Raum der Schule auch mit dem Rollstuhl erreichen können.
Derzeit laufen Abstimmungsgespräche mit dem Land, es sind noch einige Vorarbeiten zu leisten und für jeden Schritt braucht es die Zustimmung der Bildungsdirektion des Landes OÖ.
Ich bin guten Mutes, dass wir als Gemeinde mit vereinten Kräften dieses Projekt erfolgreich zu Ende bringen können. Damit die Kinder in der neuen Volksschule Ebensee endlich ihre Schulzeit unter passenden Rahmenbedingungen verbringen werden.
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Franziska Zohner-Kienesberger
Vizebürgermeisterin
Obfrau Schulausschuss
Obmannstellvertreterin Sportausschuss
Mitglied Personalbeirat


