Diagramm der Geburtenzahl von 2012 bis 2024 anhand von roten Holzbausteinen.Diagramm der Geburtenzahl von 2012 bis 2024 anhand von roten Holzbausteinen.

Für die Planung künftiger Bau- und Sanierungsmaßnahmen bei Kindergärten, Horten, Krabbelstuben und Schulen ist die Entwicklung der jährlichen Geburtenzahlen für die Gemeindepolitik von sehr großer Bedeutung.

Das obige Bild zeigt, wie viele Neugeborene in den vergangenen Jahren zu verzeichnen waren. Das folgende Bild mit den etwas boshaften Teddybären zeigt die Anzahl der in Ebensee wohnhaften Kinder eines bestimmten Jahrgangs. Die deutlich rückläufige Entwicklung ist nicht schwer zu erkennen.

Diagramm der Anzahl von in Ebensee wohnenden Kindern eines bestimmten Jahrgangs. Dargestellt anhand von grünen Holzbausteinen.

Es muss also gründlich überlegt werden, wie es mit den vorhandenen oder geplanten Betreuungs- und Bildungseinrichtungen weitergehen kann, falls dieser Trend sich fortsetzt oder gar noch weiter verschlimmert. Einerseits wird es helfen, das bisherige gute Angebot beibehalten zu können. Auch wenn die Gruppengrößen in Kindergärten seitens des Landes noch einmal herabgesetzt werden, können wir langfristig rund 200 Plätze anbieten. Andererseits sind Volksschulen mit nur mehr einer Klasse pro Schulstufe zu erwarten und zu befürchten. Die Erhaltungskosten für überdimensionierte Gebäude sind dann nur mehr schwer zu rechtfertigen.

Bei der letzten Gebarungsprüfung der Gemeinde durch die Aufsichtsbehörde wurden die hohen Kosten für die Kinderbetreuung bemängelt. Deshalb haben Gemeinde und Pfarre eine Übereinkunft getroffen, den Nachmittagsbetrieb im Kindergarten Roith langsam auslaufen zu lassen. Generell sind Krabbelstuben und Kindergärten am Vormittag sehr gut ausgelastet, die Betreuungsangebote am Nachmittag werden wesentlich weniger genutzt.

Langfristig wäre ein neu gebauter Kindergarten Roith als Ersatz für den Kindergarten St. Josefshaus und Lösung für die dortige Verkehrsproblematik wahrscheinlich sinnvoll. Damit könnten einige Provisorien beseitigt und die vom Land dringend geforderten Grün- und Spielflächen geschaffen werden. Eine Finanzierung dieses Vorhabens scheint derzeit aber in weite Ferne gerückt zu sein.

Konkret ist die geplante Übersiedlung der Volksschule Ebensee in die ehemalige Hauptschule auf der anderen Seite der Traun. Im Zuge dessen ist auch die Zukunft der beiden Horte (Frauenforum und Hilfswerk) zu klären. Diese sind seit Jahren in der ehemaligen VS 2 untergebracht, wobei der kurze Weg zwischen Schule und Hort natürlich Vorteile hat. Im sanierten Hauptschulgebäude wird aber nicht ausreichend Platz für die Hortgruppen zur Verfügung stehen. Vermutlich wird ein Zubau am Platz des neuen Volksschulgebäudes die vernünftigste Lösung sein.

Ein möglicher Einwand, dass Gemeinden nicht verpflichtend Horte anbieten müssen und so durchaus Kosten sparen könnten, ist nicht völlig von der Hand zu weisen. Mir ist jedoch eine gute und ausreichende Hortstruktur sehr wichtig. Sie bietet zumindest für einige Stunden am Tag ein sehr stabiles System, das viele Kinder dringend benötigen. Für gar nicht so wenige berufstätige Eltern ist es die einzige Möglichkeit der sicheren Betreuung ihrer Kinder, weil sie nicht auf Großeltern oder sonstige Betreuung während der Arbeitszeiten zurückgreifen können. Das alles auch außerhalb der Schulzeiten, an Feiertagen und in den Schulferien.

Die Geburten und die Zahl der in Ebensee wohnhaften Kinder relevanter Jahrgänge spielen in all diesen Bereichen eine große Rolle. Wie man in den Grafiken sieht, ist das nicht komplett schlüssig vorherzusagen. Wir könnten uns jetzt in einem Tal einer Wellenbewegung befinden. Das Jahr 2025 wird den Talboden aber verbreitern und eine ähnliche Zahl wie 2024 liefern. Die allgemeinen Prognosen für ländliche Gemeinden sprechen ebenfalls gegen einen raschen Aufwärtstrend.

Letztlich sind wir als Gemeinde rechtlich für eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung verantwortlich. Völlig aus eigener Kraft sind jedoch notwendige Sanierungs- und Baumaßnahmen finanziell nicht machbar. Um Förderungen und Genehmigungen für die Aufnahme von Krediten zu erhalten, muss der Bedarf mit Zahlen dargestellt werden. Das Land kontrolliert das im Vorfeld mit einer Bedarfsprüfung. Hierbei geht es um Zuzug oder Wegzug, vorhandene Baugründe, Arbeitsplätze und – richtig geraten – um die Entwicklung der Geburtenzahlen.

Franziska Zohner-Kienesberger

Franziska Zohner-Kienesberger

Vizebürgermeisterin
Obfrau Schulausschuss
Obmannstellvertreterin Sportausschuss
Mitglied Personalbeirat