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Mein Leben mit Politik

Ich lebe dort, wo andere gerne Urlaub machen. Mir geht es gut und meine Ansprüche an ein gutes Leben sind erfüllt. Langweilig wird es trotz Ruhestand nicht. Warum also weiterhin das Engagement als Politikerin? Welche Motivation steckt dahinter? Warum tut man sich das an? Das sind oft gehörte Fragen.

Franziska Zohner-Kienesberger am Kinderspielplatz Rindbach

Diese sind nicht leicht zu beantworten. Ich versuche es mit einer Gegenüberstellung von Höhen und Tiefen. In zwölf Jahren aktiver Gemeindepolitik hat sich einiges getan. An manches erinnert man sich gerne, andere Dinge versucht man zu vergessen. Ein breiter Rücken ist in der Politik gefragt. Für mich überwiegen jedenfalls die positiven Seiten und ich habe noch viel für die Zukunft vor. Deshalb trete ich im September als Kandidatin zur Bürgermeisterwahl an.

Es müssen nicht immer die großen Dinge sein, die motivierend wirken und Freude bereiten. Ich lerne gerne Menschen kennen und freue mich bei Gratulationstouren über die meist sehr interessanten Geschichten der älteren Menschen. Auch die Einladungen zu Vereinsversammlungen oder Weihnachtsfeiern nehme ich gerne an. Dort lerne ich Menschen näher kennen, die sich engagieren und von denen ich auch lernen kann.

Organisieren ist mir eine große Freude und es macht mir Spaß, mich in eine Arbeit so richtig hinein zu tigern. Diesbezüglich gab und gibt es in meinem Aufgabenbereich Familie, Schulen und Kinderbetreuung genug Gelegenheiten.

Das größte Projekt war der Neubau des Schulzentrums. Anfangs wurde die Idee belächelt und sie wäre mit einer absoluten Mehrheit der SPÖ wahrscheinlich nie umgesetzt worden. Es macht schon Freude, dann bei der Eröffnung dabei sein zu dürfen, in dem Bewusstsein, dass etwas wirklich Sinnvolles gelungen ist.


Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.


Die Organisation der Kinderbetreuung hat mir vielleicht einige graue Haare geschenkt, aber es war jede graue Strähne wert. Improvisation und die gute Zusammenarbeit mit Kindergärten, Horte und Sachbearbeiterin der Gemeinde konnten über viele Schwierigkeiten und finanzielle Engpässe hinweghelfen. Die Freude über die guten Ergebnisse wiegt alle Mühen auf.

Nicht zuletzt ist es aber auch der Rückhalt und die Unterstützung durch die vielen Menschen in der Bürgerliste, die mich weiter motivieren. Wir sind stolz darauf, dass wir alle nach eigenem Gewissen und nicht mit Fraktionszwang in Abstimmungen gehen. Unterschiedliche Ansichten sind kein Tabu, werden konstruktiv diskutiert und mit Respekt behandelt.

Das würde ich mir auch im Umgang vor allem mit der Mehrheitsfraktion wünschen und erwarten. Leider ist davon allzu oft nichts zu spüren. Respektlosigkeit und Hintertreiben aus Prinzip sind keine Seltenheit. Nicht das Miteinander oder die Arbeit für den Ort steht im Vordergrund, die Partei ist das Maß aller Dinge. Besonders ärgert mich, dass diese Vorgangsweise mitunter auch viel Geld kostet. Es wird intern geplant, viel zu knapp informiert, nur um möglichst keine Kritik aufkommen zu lassen. Auch die übereilte Gründung der Parkraum-GmbH wurde durch die Gemeindeaufsicht abgeblockt, während wir als Verhinderer dargestellt wurden.

Ganz besonders ärgert mich der seit zwei Jahren intensive Wahlkampf der SPÖ, der so gut wie keine Zusammenarbeit mehr zulässt. Informationen werden zurückgehalten, nur der eigene Vorteil zählt. Man versucht mit allen Mitteln den politischen Gegner unsichtbar zu machen. Ungeniert werden fremde Projekte als die eigenen ausgegeben, während man selbst nur medial wirksame Ankündigungspolitik betreibt. Wenn eine Bürgermeisterin jährliche Straßen-Markierungsarbeiten als große, eigene Leistung ausgibt, frage ich mich, für wie dumm man die Leute hält. Politik verkommt hier zur reinen Show.

Aber es überwiegen trotzdem die positiven Aspekte und das Gefühl, etwas für den Ort und die Menschen bewirken zu können. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit vielen motivierten und kompetenten Leuten in der Bürgerliste. Damit etwas weitergeht in Ebensee.

 

Franziska Zohner-Kienesberger

Franziska Zohner-Kienesberger

Arbeitet für die Menschen, nicht für die Politik.